Die kunstvolle Bemalung
Bei der bei Augarten angewandten Aufglasurtechnik wird die Malerei mit feinsten Pinselstrichen oder mit Tuschfeder auf die bereits zweimal gebrannte weiße Ware aufgetragen. Diese Technik ermöglicht das feine, nuancenreiche und künstlerisch hochwertige Dekor, welches die lange Tradition der Wiener Porzellanmanufaktur Augarten auszeichnet.
Für die Bemalung werden spezielle Farben verwendet, die durch den Brand bei 820°C mit der Glasur verschmelzen.
Die Glassubstanz in der Farbe verbindet sich mit der Glasur und haftet fest an der Porzellanoberfläche. Bei mehrfarbigen Dekoren sind bis zu sechs Zwischenbrände erforderlich, damit das künstlerische Gesamtbild erhalten bleibt.
Bei Manufakturporzellan unterscheidet man drei Malereitechniken:
- Die Aufglasurtechnik: die Farbe wird auf die Glasur aufgetragen.
- Die Inglasurtechnik: die Farbe sinkt in die Glasur ein.
- Die Unterglasurtechnik: die Farbe wird unter der Glasur aufgetragen.
Die Malereitradition
Die Bemalung des Weißporzellans wird von den, auf verschiedene Motive spezialisierten Künstlern nach Vorlagen gestaltet und von Hand bemalt. Dadurch ist jedes Stück anders und ein Einzelstück.
Bei den Porzellanmalern gibt es drei Gruppen von Spezialisten:
A) Buntmaler (Blumendekore, Genreszenen, Landschafts- und Jagdmalerei)
B) Ränderer und Staffierer
C) Figurenmaler
Jeder Porzellanmaler hat seine eigene Nummer, die auf der Rückseite des neuen Porzellanprodukts von ihm aufgemalt wird, das dadurch signiert ist.
Gold und Farben
Oft erhalten die Farben erst durch das Brennen ihre Leuchtkraft und Brillanz. Um Gold zu erzielen, wird 24-karätiger Goldstaub in Flüssigkeit aufgelöst. Durch den Brand entsteht ein matter Goldton und erst nach dem Polieren mit Meeressand und Achat erscheint der schöne Glanz.







